Vogelschau der Stadt Wien
Kupferstich nach Folbert van Alten-Allen, Wien vor 1683
Reprint der Ausgabe Amsterdam 1686, kommentiert von Walter Öhlinger
Format des Planes offen: ca. 98 x 50 cm, Format geschlossen: ca. 17 x 20 cm
Umfang: mit 8-seitigem Textheft
Einband: matt cellophanierter Pappband
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Beschreibung
Im Jahr 1686 erschien eine der schönsten und eindrucksvollsten Gesamtansichten, die jemals von Wien angefertigt wurden. Die Ansicht erschien drei Jahre nach der erfolgreichen Abwehr der osmanischen Heere vor Wien – ein Ereignis, das die Aufmerksamkeit ganz Europas auf die österreichische Hauptstadt gelenkt hatte – in
Amsterdam. Sie zeigt die Stadt allerdings im Zustand vor der Türkenbelagerung von 1683.
Dieser Kupferstich von Folbert van Alten-Allen ermöglicht es dem Betrachter durch einen überhöhten Standpunkt, nicht nur die mächtigen Befestigungsanlagen und die hochragenden Kirchtürme, sondern auch die Häuser des Stadtkernes zu erkennen. Alten-Allen präsentiert die Stadt aus einem Bereich nahe der Alser Straße von Nordwesten, wobei die Einbeziehung des gesamten Vorstadtbereiches und die Einbettung der Stadt in ihre reizvolle landschaftliche Umgebung hervorzuheben sind, so dass der Betrachter ein äußerst minutiöses
und exaktes Bild der Vorstädte vor ihrer Zerstörung während der Belagerung von 1683 erhält. Im zeitlichen Kontext der zweiten Türkenbelagerung entstanden, vermittelt die Ansicht das Bild einer starken, wehrhaften Stadt. Nach der ersten Belagerung 1529 war die mittelalterliche Stadtmauer sukzessive durch eine massive Befestigung nach italienischer Art ersetzt worden. Nun bestand sie aus sechs bis acht Meter hohen und 20 bis
30 Meter starken Festungswällen, aus denen in Abständen von 300 bis 400 Metern große Bastionen vorsprangen, die in Wien meist „Basteien“ genannt wurden.
In einer 8-seitigen Begleitbroschüre liefert Walter Öhlinger viele interessante Informationen zu dieser äußerst detailreichen Vogelschau, die im Format von ca. 98 x 50 cm reproduziert wird.
Der Autor:
Mag. Walter Öhlinger ist Kurator für Stadtgeschichte im Wien Museum am Karlsplatz, Autor u. a. der Bände „Die Pläne der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien von Carl Graf Vasquez“, „Rundpanorama von Wien“ sowie „Monumental-Plan der Haupt- und Residenzstadt Wien“.
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Der Blick auf Wien aus ungewohnter Perspektive – mit
dem Stephansdom von Nordwesten aus gesehen.
Der Wiener Stadtrat war offensichtlich von Alten-Allens Wien-Ansicht
so beeindruckt, dass er 1689 den Künstler Domenico Cetto
beauftragte, einen Ausschnitt, der die Innere Stadt zeigt,
in einem großen Ölgemälde für die Ratsstube zu kopieren.
Das so entstandene Ölgemälde Cettos hängt heute ebenso
wie der Stich Alten-Allens in der Dauerausstellung
des Wien Museums am Karlsplatz.

Die Vogelschau bietet auch einen detaillierten Blick auf
die Leopoldstadt mit der (dem heiligen Babenberger-Markgrafen
Leopold III. geweihten) Leopoldskirche.
Nach der
gewaltsamen Räumung der „Judenstadt“ wurde diese Kirche 1670
an der Stelle der großen Synagoge errichtet.
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