Edition Winkler-Hermaden-Meeresstrand und Mammutwiese-00

Meeresstrand und Mammutwiese

€ 21,90

Geologie und Paläontologie des Weinviertels

Von Thomas Hofmann, Mathias Harzhauser, Reinhard Roetzel

Format: 23,5 x 20 cm

Umfang: 138 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Einband: Hardcover

ISBN: 978-3-9504625-5-5. Kategorie: .

Beschreibung

 

 

Die Weite des Weinviertels birgt im Untergrund eine reiche geologische Vergangenheit. Ausgehend von 600 Millionen Jahren alten Graniten, auf denen die Retzer Windmühle steht, bis hin zur jüngsten geologischen Ablagerung, dem eiszeitlichen Löss, beschreiben die Autoren die Entstehung der Landschaft des Weinviertels.

Schicht für Schicht werden die kilometerdicken Ablagerungen der einstigen Meere für den Leser dokumentiert. Muscheln und Schnecken aus Sand- und Tongruben wie auch Weinkellern zeugen von tropischem Klima und Meeresverbindungen, die vom Weinviertel bis zum Indopazifik im Osten reichten. Sturmfluten und Tsunamis sind hier ebenso überliefert wie dunkle Tiefseeablagerungen.

Krokodile, das weltgrößte Austernriff bei Stetten, Seekühe und Delfine sind Zeugen des maritimen Weinviertels. Gigantische Hauerelefanten und riesige Mammuts waren in der geologischen Neuzeit am Land unterwegs. Neben der geologischen Entwicklung der Landschaft und der Geschichte der einstigen Lebewesen befassen sich eigene Kapitel mit angewandten Themen wie den Baugesteinen des Weinviertels, den Mineralwässern, den Erdöl- und Erdgasvorkommen, der „bewegten Erde“ sowie der Forschungsgeschichte von Geologie und Paläontologie der Region.

Zahlreiche Rekonstruktionen, paläogeografische Karten und Fossilbilder ergänzen dieses Werk, das die kaum beachtete Vielfalt des geologischen Untergrundes mit seinen Querverbindungen in den Alltag lebendig vor Augen führt.

 

Inhalt:

Seven Summits Geografische Höhe(n)punkte

Vom Granit zum Löss Eine Zeitreise quer durch 600 Millionen Jahre

Ein Blick in die steinernen Wurzeln Der Maissauer Amethyst und seine Entstehung

Die Retzer Windmühle in der Meeresgischt und Algenschnee vor Maissau Eggenburgium und Ottnangium: 21,5 bis 17,2 Millionen Jahre vor heute

Der verschwundene Strand von Göllersdorf und der Tsunami vom Teiritzberg Karpatium: 17,2 bis 15,9 Millionen Jahre vor heute

Der Canyon von Kettlasbrunn und der Moldavit von Immendorf Badenium: 15,9 bis 12,8 Millionen Jahre vor heute

Das Wattenmeer von Hollabrunn und „Abu Dhabi“ am Hendlfutterberg Sarmatium: 12,8 bis 11,6 Millionen Jahre vor heute

Die Ur-Donau von Mistelbach und die Dreizehen-Pferde vom Steinberg Im Pannonium: 11,6 bis 8 Millionen Jahre vor heute

Staubwein und das Mammut auf der Autobahn Pleistozän: 2,6 Millionen Jahre bis 11.700 Jahre vor heute

Baugesteine im Weinviertel Lokal bedeutende Vorkommen

Weinviertler Thermal- und Mineralwässer Wellness seit dem Biedermeier

Das „schwarze Gold“ Wie es wurde und wie es zu finden ist

Zistersdorf Übertief 2A Der übertiefe Vorstoß in den Untergrund

Bewegte Erde Von Beben, Störungen und Rutschungen

Forschungs- und Erfolgsgeschichten Johann Krahuletz und geologische Netzwerke

 

 

Weitere Impressionen aus dem Band

Die Autoren:

Thomas Hofmann, Bibliothekar, Leiter der Fachabteilung Bibliothek, Verlag und Archiv an der Geologischen Bundesanstalt.

Mathias Harzhauser, Paläontologe, Abteilungsdirektor der geologisch-paläontologischen Abteilung am Naturhistorischen Museum.

Reinhard Roetzel, Geologe, Leiter der Fachabteilung Sedimentgeologie an der Geologischen Bundesanstalt.

 

Michael Pfabigan in: Niederösterreichische Nachrichten

Thomas Hofmann und Reinhard Roetzel von der Geologischen Bundesanstalt haben gemeinsam mit dem Paläontologen Mathias Harzhauser vom Naturhistorischen Museum Wien die geologische Vergangenheit des Weinviertels aufgearbeitet.

Dr. Helga Maria Wolf in: Austria Forum

Das Weinviertel ist das geologisch am besten erforschte Gebiet Österreichs, schon im 19. Jahrhundert gab es Untersuchungen. In den 1990er Jahren war das Korneuburger Becken Ziel konzentrierter wissenschaftlicher Bearbeitungen. Ein internationales Team von 40 Experten konnte hier mehr als 650 fossile Tier- und Pflanzenarten – von winzigen Algen bis zu Nashörnern – nachweisen.

Johannes Gans in: Kultur und Wein

Die Winzer wissen schon, was sie dem Boden schuldig sind, wenn sie stolz auf die satte Mineralität des Lössbodens oder die feinen Fruchtnoten ihres Weins vom Urgestein sind. Dass es dazu kommen konnte, ist das Ergebnis einer sich über Milliarden von Jahren hinziehenden Entwicklung dieses so bukolischen Stücks Niederösterreich, das sich heute mit sanften Hügeln, weiten Feldern, Weingärten und freundlichen Ortschaften präsentiert. Spannend ist der Blick, wenn er von Wissenschaftlern darauf gelenkt wird. Thomas Hofmann, Mathias Harzhauser & Reinhard Roetzel geben uns eine Ahnung von diesen gewaltigen Ereignissen.

Tiroler Tageszeitung

Dafür erfährt man dann, dass es in der nun so sanften Hügellandschaft einst bis zu 600 Meter tiefe Canyons gab, früher dort Seekühe, Krallentieren und Dreizehen-Pferde grasten und man heute noch versuchen kann, sich den „Schnee“ von Algenblüten, der einst an der Küste des heutigen Maissau zum Meeresgrund rieselte, auf der Zunge zergehen zu lassen.