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Die dunklen Jahrhunderte des Weinviertels

€ 19,90

Von Germanen, Hunnen und Awaren bis zu den frühen Babenbergern

Von Ernst Lauermann

Format: 23,5 x 20 cm

Umfang: 132 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Einband: Hardcover

ISBN: 978-3-9504475-4-5. Kategorie: .

Beschreibung

 

Die ersten rund 1000 Jahre nach Christus bis zu den frühen Babenbergern, als Germanen, Hunnen und Awaren das Weinviertel bevölkerten, werden von der Wissenschaft auch gerne als dunkle Jahrhunderte bezeichnet, weil die archäologischen Hinterlassenschaften aus diesen Zeiten wesentlich geringer sind als in den Jahrtausenden der Urgeschichte.

Auf die Perioden der Urgeschichte folgten Epochen der „Schriftzeiten“, jene Perioden unserer Geschichte, wo neben den archäologischen Quellen auch schriftliche Denkmäler (z. B. Grabsteine) überliefert sind. Von den Römern sind Schriftquellen über benachbarte Stämme überliefert. Diese berichten von Völkern, die keine eigenen Nachrichten hinterließen. Oftmals wurde die schriftliche Nachricht über die Lebensweise von germanischen Stämmen für Propagandazwecke verwendet, um die eigene Politik ins rechte Licht zu rücken. Im Frühmittelalter lebt das Schriftwesen unter den Karolingern abermals auf und ist einmal mehr ein wichtiges Instrument, das für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt wird.

Die dunklen Jahrhunderte hinterließen goldene Spuren, die auch im Weinviertel zu finden sind. Funde wie die Schmuckstücke aus den Gräbern von Untersiebenbrunn, der archäologische Nachweis eines Königssitzes am Oberleiserberg oder die Bestattung eines ungarischen Reiterkriegers aus Gnadendorf lassen uns diese dunklen Jahrhunderte in neuem Licht erscheinen. Der Boden unter unseren Füßen gibt langsam auch von diesen geschichtlichen Perioden immer mehr – goldene – Spuren frei.

 

Aus dem Inhalt:

Römische Kaiserzeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus): Germanen in Niederösterreich; Die Archäologie der Germanen im nördlichen Niederösterreich; Das norddaubische Niederösterreich bis zu den Markomannenkriegen; Germanen im Weinviertel

Spätantike und Völkerwanderungszeit (5. Jahrhundert nach Christus): Der Oberleiserberg; Die Gräben von Untersiebenbrunn

Langobarden (489 bis 568): Aspersdorf; Poysdorf; Hauskirchen; Der Holzeimer aus Ebendorf

Awaren (568 bis 830): Awaren im Weinviertel; Drasenhofen

Slawen (7. bis 9. Jahrhundert): Zentralsiedlungen; Freilandsiedlungen; Das Gräberfeld von Mistelbach

Von den Magyaren bis zu den frühen Babenbergern (9. bis 11. Jahrhundert): Das frühungarische Reitergrab aus Gnadendorf; Der Michelberg im frühen Hochmittelalter; Der Oberleiserberg im frühen Hochmittelalter

 

 

Weitere Impressionen aus dem Band

Der Autor

 

Ernst Lauermann

Dr. Ernst Lauermann, geboren 1952, studierte neben seiner Tätigkeit als Hauptschullehrer Ur- und Frühgeschichte sowie mittelalterliche Geschichte. 1992 konnte er sein Hobby zum Beruf machen, er wurde in den niederösterreichischen Landesdienst als Archäologe aufgenommen. Das Urgeschichtemuseum in Asparn/Zaya (MAMUZ) wurde seine Dienststelle.

Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in Form von Monografien und Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften geben Einblick in die wissenschaftliche Arbeit des langjährigen Landesarchäologen des Landes Niederösterreich.

In der Edition Winkler-Hermaden bereits erschienen: „Archäologie des Weinviertels – Von den Steinzeitjägern bis zu den Kelten“.

 

 

Michael Pfabigan in: Niederösterreichische Nachrichten

„Die dunklen Jahrhunderte, das ist nicht die Gegenwart, das ist die Frühgeschichte“, erklärt Ernst Lauermann, bis zum Vorjahr wissenschaftlicher Leiter im Urgeschichtemuseum im MAMUZ und Landesarchäologe, in seiner bekannt trockenen Art. Vielmehr geht es in seinem Buch um die Zeit, in der es archäologische Befunde und einige wenige schriftliche Quellen gab. Grob: von der Völkerwanderungs bis in die Zeit der Babenberger. Entsprechend spannt der … Wissenschaftler einen Bogen von den Römern nördlich der Donau, über Langobarden in Poysdorf und Hauskirchen, Awaren in Mistelbach bis hin zu einem der Highlights in seiner Karriere, dem Fund eines ungarischen Reiters bei Grabungsarbeiten in Gnadendorf.

 

Johannes Gans in: kulturundwein.com

Im Weinviertel, also im Barbaricum, wie es die Römer hinter dem Limes abschätzig bezeichneten, haben, so die Wissenschaft, die Germanen gelebt. Bei Feldbegehungen, sehr oft aber auch bei Straßenbauten stieß man immer wieder auf archäologisch wertvolle Hinterlassenschaften dieser frühen Weinviertler. Das Buch führt dazu den Leser in bäuerliche Siedlungen. Eine davon liegt bei Bernhardsthal und wurde teilweise ausgegraben. Ursprünglich haben dort am Westufer der Thaya Kelten gehaust, bevor im 2. Jahrhundert Germanen und sogar ein römisches Marschlager nachzuweisen sind.

 

Dr. Helga Maria Wolf in: Austria-Forum

Im Vorjahr veröffentlichte Dr. Ernst Lauermann, wissenschaftlicher Leiter des Urgeschichtsmuseums in Asparn/Zaya, ein Buch über die archäologische Landschaft des Weinviertels. Der behandelte Zeitraum umfasste 400.000 Jahre, vom ersten Auftreten des Menschen an der March bis zu den keltischen Siedlern der letzten Jahrhunderte vor Christus. Jetzt legt der langjährige niederösterreichische Landesarchäologe die Fortsetzung vor: Von Germanen, Hunnen und Awaren bis zu den frühen Babenbergern. Die “dunklen Jahrhunderte” dauerten rund ein Jahrtausend.