Wien. Eine Stadt verändert sich
Die Donaumetropole und ihre Baustellen
Von Matthias Marschik und Edgar Schütz
Format: 23,5 x 20 cm
Umfang: 140 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Einband: Hardcover
€ 28,90
Auf Lager
Beschreibung
Dass sich in einer Stadt etwas verändert, bemerkt man am besten an den Baustellen. Sie entfernen Altes und/oder schaffen Neues. Wien war schon immer – wie jede andere Metropole – eine Stadt der Veränderungen und der Baustellen.
Matthias Marschik und Edgar Schütz lassen in ihrem Buch über 150 Jahre Bautätigkeit in Wien Revue passieren, von den 1860er-Jahren bis in die Gegenwart. Den Beginn machen Großprojekte der Kaiserzeit wie der Bau der Ringstraße und ihrer Gebäude, des Weltausstellungsgeländes mit der Rotunde und der Bahnhöfe und Donaubrücken. Nach dem Ende der Monarchie war es zu Beginn die Bautätigkeit des Roten Wien mit der Schaffung vieler Gemeindebauten wie dem Karl-Marx-Hof sowie dem Praterstadion. In der Zeit des Austrofaschismus war dann die Höhenstraße das Renommierprojekt der Stadt. Der Wiederaufbau nach 1945 war von einer besonders starken Bautätigkeit gekennzeichnet: Es entstanden die Wiener Stadthalle, der Ringturm, Straßenbauprojekte wie die Opern- und die Schottentorpassage, die sogenannte Südosttangente, später die U-Bahn und die UNO-City.
Das Buch stellt nicht nur eine Begegnung mit den Geburtsstunden vieler Gebäude dar, die heute das Wiener Stadtbild prägen. Es zeigt auch das eine oder andere Ensemble, das inzwischen schon wieder verschwunden ist oder umgebaut wurde. Und es dokumentiert eindringlich, wie sehr sich das Bauen und die Baustellen in diesem Zeitraum durch die Mechanisierung verändert haben.
Autoren
Univ.-Doz. Dr. Matthias Marschik, Studium der Psychologie und Philosophie in Wien. Historiker und Kulturwissenschafter, Lehrbeauftragter der Universitäten Wien, Salzburg und Klagenfurt. Zahlreiche Bücher und Aufsätze zu kulturgeschichtlichen Themen (besonders zu Sport, Automobil und Alltag).
Matthias Marschik ist in Floridsdorf geboren, er lebt und arbeitet auch heute noch im Bezirk.
Dr. Edgar Schütz ist Journalist und seit 2012 Leiter des Außenpolitischen Ressorts der Austria Presse Agentur (APA). Gelegentlich gestaltet er Featurebeiträge für den ORF-Radiosender Ö1 („Ambiente“).
Wolfgang Kralicek in: KURIER
Von wenigen Blitzlichtern in die jüngste Gegenwart (Seestadt) abgesehen, reicht der im Buch dokumentierte Zeitraum von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die frühen 1970er-Jahre. Dass das Buch um 1850 ansetzt, hat einerseits technische Gründe – viel länger gibt es ja die Fotografie noch nicht – und hat andererseits damit zu tun, dass die sogenannte Gründerzeit eine der wichtigsten Phasen der Wiener Baugeschichte ist. Um den rapid steigenden Bedarf an Wohnraum abzudecken, wurden zwischen 1848 und 1873 unzählige Zinshäuser hochgezogen, die bis heute das Stadtbild prägen.
Prof. Hans Werner Scheidl in: Die Presse
Schon das Titelbild hat es in sich. Welche ältere Wiener erinnert sich nicht mit Schaudern an die abgrundtiefe Baugrube vor der Staatsoper? Der Bau der Opernpassage im Jahr 1955 („Jonas-Grotte“) war ein typisches Abbild der damaligen Denkweise: Der Passant sollte von der Straßenoberfläche tunlichst verschwinden, Platz und Vorrang dem Autoverkehr! Aber die Menschen faszinierte das sensationelle Detail der ersten Rolltreppe. Einen Tag vor der Wiedereröffnung der Staatsoper im November 1955 war es so weit.
Dr. Renate Wagner in: Online Merker – Die internationale Kulturplattform
Wie die meisten Bücher des Verlags Winkler-Hermaden ist auch dieses im Querformat gehalten, um die Fotos und Ansichtskarten (mit ganz wenigen Ausnahmen in Schwarzweiß) optimal zu präsentieren. „Baustelle ist Realität und Metapher. Ein Ort des Unfertigen und des Übergangs, des Verschwindens und Entstehens, des Umbruchs und des Aufbruchs“, formulieren die Autoren wunderschön, aber auch in ihrem Fall bewährt sich die alte Wahrheit, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Die alten Fotos setzen Überlegungen in jede Richtung in Gang.
Konrad Holzer in: Flaneurin
Die vielen Bilder dieses Buches werden knapp kommentiert. Das sind zum einen Ansichten von der menschenleeren Ringstraße, den Baustellen an der Opernpassage bis hin zur Donauinsel, eindrucksvoll sind die Fotos, in denen Altes noch erhalten bleibt, das Neue rundherum Platz greift. Aber sehr viel öfter sind Menschen zu sehen: beginnend mit der „Pflasterer-Partie“ aus dem Jahr 1850, Straßenarbeitern, die 1935 mit dem „Wiener Würfel“, einem Granitstein mit einer Seitenlänge von 18,5 Zentimetern und einem Gewicht von rund 16 Kilogramm, arbeiten, die „Gastarbeiter“, die beginnend mit den 1960er Jahren zumeist an den Baustellen beschäftigt waren, die Politiker und Architekten und die Zuschauer.
Prof. Dr. Helga Maria Wolf in: Austria Forum
Ihr neues Buch dokumentiert Momentaufnahmen. Während Bildbände üblicherweise besondere Gebäude zeigen und unbedeutende Dorfansichten zu Ansichtskartenmotiven veredeln, geht es hier um Work in progress. Wie sieht es aus, wenn die Stadt gerade dabei ist, sich zu verändern ?
Hannes Neumayer in: DFZ Die Floridsdorfer Zeitung
Was „Wien. Eine Stadt verändert sich“ besonders macht, ist neben dem ungewöhnlichen Baustellen-Blickwinkel, die Bildauswahl. Dankenswerterweise richten die Autoren den Blick auch auf die Vorstädte und über Gürtel und Donau hinaus. Die knappen Bildbeschreibungen laden die Leser zur eigenen weiterführenden Recherche ein.






